Folge #49: Wie du dein System aufbaust und ausrollst

Shownotes

Die meisten Unternehmer glauben, sie müssten zuerst ihre Vision klären, bevor sie irgendetwas anderes anpacken können. Drei Tage Offsite, schöne Flipcharts, Leitbild gerahmt an der Wand – und das Unternehmen läuft trotzdem nicht.

Ich habe das selbst erlebt: Als Verwaltungsrat bin ich vor Jahren in einen mehrtägigen Strategieworkshop in den Bergen gefahren. SWOT-Analyse, Projekte definiert, voller Energie zurück – und drei Jahre später, beim nächsten Workshop, mussten wir feststellen: Wir hatten nichts umgesetzt. Diese Erfahrung hat mich geprägt.

In dieser Folge erkläre ich dir, warum ich mit meinen Kunden immer mit der Umsetzung beginne, nicht mit der Vision. Gino Wickman bringt es auf den Punkt: „Vision ohne Traktion ist nur Halluzination."

Du erfährst, welche vier Werkzeuge ich in jedem Mandat zuerst einführe – in dieser Reihenfolge: die Accountability Chart, mit der klar ist, wer wofür verantwortlich ist. Rocks oder OKRs als drei bis fünf Quartalsprioriaten. Die Sitzungsstruktur mit dem wöchentlichen Tactical Meeting – ein Format, das Resultate bringt statt Schuldige zu suchen. Und die Scorecard mit fünf bis fünfzehn Zahlen pro Woche, die dir den Puls deines Unternehmens zeigen.

Du lernst, in welcher Reihenfolge diese Werkzeuge greifen, warum sie nach ein bis zwei Monaten ein Unternehmen stabilisieren – und wann die Visions-Arbeit dann wirklich Sinn ergibt. Wenn du das Gefühl hast, in deinem Unternehmen zu viele Bälle in der Luft zu halten, ist diese Folge dein Fahrplan. Zuerst Traktion. Dann Vision.

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00:00:00: In den letzten achtundvierzig Folgen habe ich dir eine ganze Werkzeugkiste vollgepackt.

00:00:05: Accountability Chart, Rocks, Oakairs, Sitzungsstrukturen, Scorecard, Strategie Quadrant, Swoop, Prozessdokumentation, Talent Assessment, Radical Candle und noch einiges mehr.

00:00:20: Und ich bekomme immer wieder dieselbe Frage gestellt.

00:00:23: Chris wo fange ich an?

00:00:26: Die ehrliche Antwort lautet nicht dort, wo du es vermutlich erwarten würdest.

00:00:31: Die meisten Unternehmerinnen glauben dass man zuerst die Vision klären muss bevor man irgendetwas anderes anpacken kann.

00:00:40: Drei Tage Offsite große Flipcharts Kernwerte erarbeiten Leitbild formulieren und dann kann man endlich loslegen.

00:00:50: Ich sehe das anders Und ich tue das nicht um provokativ zu sein, sondern weil meine eigene Erfahrung mir genau das Gegenteil gezeigt hat.

00:01:01: In dieser Folge erkläre ich dir warum ich mit meinen Kunden immer mit der Umsetzung beginne und nicht mit der Vision.

00:01:12: Lass mich dir eine Geschichte erzählen die mich damals geprägt hat.

00:01:17: Ich bin Verwaltungsrat in einem Unternehmen Und wir wollen die Strategie schärfen.

00:01:22: Wir entscheiden uns für einen mehrtägigen Workshop drei vier Tage in den Bergen, zehn zwölf Leute aus Geschäftsleitung und Verwaltungsrat.

00:01:32: Schöner Ort viel Zeit klarer Kopf!

00:01:36: Wir machen alles was so ein Workshop verlangt Svottanalysen strategische Betrachtungen Diskussionen über die nächsten Jahre wie definieren Projekte halten sie schwarz auf weiß fest verteilen Verantwortlichkeiten.

00:01:52: Und es macht Spaß, richtig Spaß.

00:01:55: Wir kommen alle volle Energie zurück und sind überzeugt jetzt geht's los!

00:02:00: Nur... Es geht nicht los.

00:02:03: Der Alltag holt alle ein.

00:02:05: Schon in der ersten Woche Kunden, Tagesgeschäft, Brände löschen die Projekte aus.

00:02:11: dem Workshop liegen in irgendeinem Ordner.

00:02:15: niemand schaut nach.

00:02:17: Drei Jahre später machen wir den nächsten Workshop.

00:02:19: Gleicher Runde, gleicher Ort und wir nehmen die Liste vom letzten Mal hervor und müssen frustriert feststellen Wir haben nichts umgesetzt – gar nicht!

00:02:31: Diese Erfahrung hat mich geprägt Und sie ist einer der Gründe warum ich heute nicht mehr mit der Strategie anfange sondern mit der Umsetzung.

00:02:44: Das war damals kein Einzelfall.

00:02:46: Seither habe ich es bei vielen Unternehmen wieder gesehen.

00:02:51: Wunderbare Visionsdokumente, aufwändig formuliert, schön gestaltet, manchmal sogar gerahmt und an der Wand aufgehängt Und gleichzeitig weiß kaum jemand im Team woran er oder sie gerade arbeitet.

00:03:07: Meetings verlaufen ohne Ergebnis Prioritäten ändern sich wöchentlich.

00:03:12: Der Unternehmer Die Unternehmerin ist überall gleichzeitig und nirgends richtig.

00:03:19: Das Problem ist nicht die Vision, das Problem ist fehlende Traktion.

00:03:25: Gino Wegmann bringt es in seinem Buch Traction auf den Punkt – Vision ohne Traktion ist nur Halluzination.

00:03:34: Eine Vision, die nicht im Alltag landet, ist Dekoration.

00:03:38: Und genau darum beginne ich mit meinen Unternehmen-Teams immer mit den Umsetzungstools.

00:03:44: Erst dann, wenn der Betrieb läuft, wenn Rhythmus da ist, wenn alle wissen worum es in den nächsten neunzig Tagen geht erst dann macht das wirklich Sinn die großen visionsfragen zu stellen.

00:04:02: also womit konkret anfangen?

00:04:05: ich arbeite mit vier umsetzungstools.

00:04:08: dich immer zuerst einführe in dieser reihenfolge.

00:04:13: erstens die accountability chart.

00:04:16: Bevor wir über Strategie oder Vision reden, müssen wir wissen wer für was verantwortlich ist.

00:04:23: Nicht als Organigramm mit Kästchen und Linien sondern als klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten zu Personen!

00:04:32: Das ist immer mein allererster Schritt – Mit jedem neuen Kunden ohne Ausnahme.

00:04:38: Warum?

00:04:39: weil ohne klare Verantwortlichkeiten jedes andere Tool ins Leere läuft.

00:04:44: Wenn keiner weiß, wer was entscheidet wird auch die schönste Strategie nie umgesetzt!

00:04:51: Ich habe in Folge zehn erklärt wie eine gute Accountability Chart aussieht.

00:04:57: Zweitens – Die Quartalsziele, die ROX oder OKRs.

00:05:02: Sobald klar ist, wer wofür verantwortlich ist, kommt die nächste Frage.

00:05:07: Was sind die drei bis fünf wichtigsten Dinge, die wir in den nächsten neunzig Tagen voranbringen müssen?

00:05:14: Nicht zwanzig Dinge – drei bis Fünf!

00:05:17: Die echten Prioritäten.

00:05:20: Ob du dabei Rocks aus dem EOS-System verwendest oder OKRs das ist zweitrangig.

00:05:27: Entscheidend ist, dass jeder Person im Führungsteam weiß was sie in diesem Quartal unbedingt erreichen muss.

00:05:35: Ich habe beide Ansätze in den Folgen fünf und siebenundvierzig vorgestellt.

00:05:40: Drittens die Sitzungsstruktur des wöchentliche Tactical Meeting.

00:05:46: Wenn die Quartalsziele klar sind brauchst du ein Format das diese Ziele Woche für Woche voran bringt Ein Format, in dem sich das Team auf die wichtigsten Dinge fokussieren kann um das Unternehmen und die Rocks oder Okias jede Woche einen Schritt weiterzubringen.

00:06:03: Konkret heißt es, jede Woche dieselbe Zeit, dieselbe Agenda.

00:06:09: Gino Wickmann nennt dieses Format im EOS System Level Ten Meeting.

00:06:14: Ich nenne es ganz einfach Tactical Meeting.

00:06:18: Egal wie du es nennst, ohne dieses wöchentliche Format passiert in deinem Unternehmen nichts Konsistentes.

00:06:26: Ich habe diese Sitzungsstruktur in Folge XIII ausführlich beschrieben mit allen Bausteinen die das Format braucht damit es nicht zu einer weiteren Statusschleife wird in der jede nur berichtet was er oder sie dieser Woche so gemacht hat.

00:06:43: Das ist das am häufigsten unterschätzte Tool von allen und gleichzeitig dasjenige, dass am schnellsten Wirkung zeigt.

00:06:51: Wer es konsequent durchhält hat den wichtigsten Schritt gemacht!

00:06:56: Viertens – die Scorecard.

00:06:59: Parallel zum wöchentlichen Tactical Meeting führe ich immer eine Scorecard ein Eine Handvoll Zahlen fünf bis fünfzehn, die jede Woche erfasst werden und dir sofort zeigen ob dein Unternehmen auf Kurs ist oder nicht.

00:07:15: Nicht der Jahresabschluss, nicht die Quartalsauswertung.

00:07:18: Wöchentliche Zahlen, die dir den Puls deines Unternehmens zeigen bevor ein Problem groß wird.

00:07:26: Die Scorecard ist auch das was die Wochensitzung trägt.

00:07:30: Ohne Zahlen wird das Tactical Meeting zur Befindlichkeitsrunde Mitzahlen.

00:07:36: wird es zum Steuerinstrument.

00:07:39: Mehr dazu findest du in Folge sieben falls Du das vertiefen möchtest.

00:07:46: Du fragst dich jetzt vielleicht und wann kommt denn die Vision?

00:07:50: Kurze Antwort, danach.

00:07:53: Sobald diese vier Umsetzungstools stabil laufen – und zwar nicht weil Vision unwichtig ist!

00:08:00: Im Gegenteil, die Vision ist das Fundament für alles Strategische aber sie entfaltet ihre Wirkung erst dann wenn dein Team auch in der Lage ist Sie umzusetzen.

00:08:13: Wenn du eine Crew hast, die keine klaren Verantwortlichkeiten kennt, keine gemeinsamen Prioritäten hat und sich nie synchronisiert, dann wird auch die klarste Vision nichts bewegen.

00:08:26: Genau das war damals mein Erlebnis in den Bergen.

00:08:30: Umgekehrt gilt ein Team, dass weiß wie es zusammenarbeitet, dass einen Rhythmus hat, dass Ergebnisse gewohnt ist!

00:08:40: Dieses Team kann mit einer klaren Vision Berge versetzen.

00:08:45: Deshalb ist die richtige Reihenfolge zuerst Traktion, dann Vision.

00:08:52: In der Praxis bedeutet das Accountability Chart, Rocks, Sitzungsstruktur und Scorecard laufen in der Regel nach ein bis zwei Monaten stabil.

00:09:02: Erst dann beginnen wir in meinen Projekten mit dem Strategiequadrant, dem SWUP oder der Erarbeitung von Werten und langfristigen Zielen.

00:09:13: Mehr dazu findest du auch in den Folgen drei, acht, neunundzwanzig und achtundvierzig.

00:09:22: Jetzt kommt die ehrliche Botschaft.

00:09:24: Eine der größten Lügen im Unternehmentum lautet Ich warte bis es der richtige Moment ist.

00:09:32: Es wird nie der richtige Moment sein.

00:09:35: Das Q four ist immer hektisch das Q eins hat ein Jahresstart Im Sommer fehlen die Leute, im Herbst laufen die Projekte heiß.

00:09:46: Die einzige Frage, die zählt – was ist dein nächster konkreter Schritt?

00:09:51: Wenn du noch keine klare Accountability-Chart hast, das ist dein nächsten Schritt!

00:09:57: Wenn du keine gemeinsamen Quartalsziele mit deinem Führungsteam hast, dann ist es dein nächstes Schritt!

00:10:10: Wenn du keine wöchentliche Scorecard führst, das ist dein nächster Schritt.

00:10:16: Ein Schritt nicht zehn – einer!

00:10:21: Zum Schluss wie immer eine kurze Zusammenfassung der Folge Beginn mit den Umsetzungstools in dieser Reihenfolge.

00:10:31: Erstens die Accountability Chart Wer ist wofür verantwortlich?

00:10:36: Zweitens die Rocks oder OKR's Was sind die drei bis fünf Prioritäten dieses Quartals?

00:10:44: Drittens, die Sitzungsstruktur mit Tactical Meeting.

00:10:48: Jede Woche dieselbe Zeit, dieselbe Agenda, Resultate statt Schuldige.

00:10:54: Viertens, Diskorkart Welche fünf bis fünfzehn Zahlen zeigen dir jede Woche ob du auf Kurs bist?

00:11:02: Erst wenn diese vier Tools stabil laufen, kommen Divisionselemente.

00:11:07: Strategie, Werte und langfristige Ziele.

00:11:14: Zu dieser Folge möchte ich dir zwei Bücher empfehlen.

00:11:17: Das erste ist das Grundlagenwerk Traction – Get a grip on your business.

00:11:22: von Gino Wickman.

00:11:24: Wegman beschreibt darin, dass entrepreneurial operating system kurz EOS mit seinen sechs Komponenten und erklärt wie Unternehmen Traktion aufbauen.

00:11:36: Besonders relevant für diese Folge sind die Kapitel zu traction component also zu rocks und zum level ten meeting und das kapitel getting started am Schluss des Buchs.

00:11:49: Das Zweite ist, measure what matters von John Durr auf Deutsch erschienen unter dem Titel OKR – Objectives and Key Results.

00:11:59: Das Standardwerk wenn du mit OKRs anstatt mit Rocks arbeiten willst!

00:12:05: Eine gute Ergänzung zu Wickmans Ansatz.

00:12:08: Du findest es auf Amazon Die deutsche Ausgabe und die englische Originalausgabe.

00:12:15: Bitte beachte, dass es sich um Affiliate Links handelt.

00:12:18: Das heißt ich bekomme von Amazon einen kleinen Betrag wenn du das Buch über meinen Link bestellst.

00:12:24: Das Buch kostet dich deswegen nicht mehr!

00:12:31: In der nächsten Folge geht es um Non-Profit Organisationen, Vereine Stiftungen Genossenschaften Verbände.

00:12:39: Ich zeige dir, welche der vier KMU-Werkzeuge auch im Vorstand greifen, wo du sie kalibrieren musst damit Sie in der NPO Realität tragen und welches Konzept ich daneben noch zur Hand nehme wenn ich mit NPO Vorständen arbeite.

00:12:55: Ich freue mich, wenn Du wieder dabei bist!

00:12:58: Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und Spaß mit Deinem Business – bis zum nächsten Mal.

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